Demokratieforum #19

Die Dortmunder Initiative „Schlafen statt Strafen“

Am 15. März stellte die Dortmunder Initiative „Schlafen statt Strafen“ ihr Engagement der letzten fünf Jahre vor. Die Vertreter der Gruppe, Andreas und Alex, arbeiten beide in sozialpädagogischen Bereichen in Dortmund und sind unterschiedliche lange in dem basisdemokratischen und sozialen Projekt „Schlafen statt Strafen“ in unserer Nachbarstadt aktiv.   

Mit einer PowerPoint unterlegt berichteten sie über die (Über)lebensbedingungen wohnungs- und obdachloser Menschen in Dortmund, deren harten Alltag und ihren Problemen. So seien in diesem Winter allein 5 Menschen auf Dortmunds Straßen erfroren. Vor allem berichteten sie über den Umstand, dass den obdachlosen Menschen keine sichere Bleibe zugestanden würde und sie immer wieder aus sicheren Bereichen der Innenstadt mit dem Ordnungsamt und der Polizei vertrieben würden.

Hier setzt die Arbeit der Initiative „Schlafen statt Strafen“ an. Sie setzt sich für die Rechte der Betroffenen ein, verschafft ihnen Gehör und skandalisiert menschenunwürdige und rechtswidrige Praktiken der Behörden. Die beiden Referenten berichteten von symbolischen, wie praktischen Aktionen ihrer Initiative. So z.B. über ein Protestcamp, Trauerkundgebungen für erfrorene Menschen oder aber auch das (temporäre) Aufstellen von Toiletten, einem Umstand dem die Verwaltung seit Jahren nicht nachkommt.

 

Erfreulich war, dass die Initiative über immer mehr Zuspruch für ihre Arbeit aus der Bevölkerung berichten konnte.

In der Diskussion mit den BesucherInnen der Veranstaltung tauchten schnell die generellen Fragen auf: In welcher Gesellschaft wollen wir leben? Und was muss man tuen, um die gewünschte Gesellschaft zu erreichen? Sie machten deutlich, dass Demokratie ein soziales, politisches und materielles Verhältnis aller Menschen zueinander in einer Gesellschaft sind, sich im Wandel befindet und im Bemühen um Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit immer wieder neu auf die Initiativen aus der Zivilgesellschaft angewiesen ist.

Ein gelungener Auftakt zu den Demokratieforen im Jahr 2026.