Einen sehr anregenden und interessanten Nachmittag erlebten die über 30 BesucherInnen der Veranstaltung mit Roya Soraya im Bürgerzentrum Holschentor.
Die junge deutsch-iranische Zeichnerin zeigte in ihrer autobiographischen Graphic Novel „Wind in meinem Kopftuch“ ihre Suche nach ihrer Identität auf. Als Kind einer deutsch-iranischen Beziehung fühlte sie sich immer „halb-halb“. Deutschland kannte sie über die mütterliche Seite sehr gut. Hier war sie in Hannover geboren, aufgewachsen, ging zur Schule und studierte schließlich an der Folkwang Hochschule in Essen. Aber der Iran, die Heimat ihrer Oma, ihrer Tanten und ihres Vaters waren ihr fremd. Die Landessprache Farsi kannte sie vom Klang und der Bedeutung einzelner Worte. Mehr aber nicht. So begleitete sie lange Zeit, das Gefühl von „etwas fehlt“, von Verlust und „nicht ganz“ zu sein. Über die Suche nach Identität zwischen all den unterschiedlichen Einflüssen, verschiedenen Ansprüchen und kulturellen Erbe – darüber handelt ihre Graphic Novel „Wind in meinem Kopftuch“. Und über die gemeinsame Reise mit ihrem Vater im Jahr 2019 in den Iran – auf der Suche nach der eigenen Identität.
Auf diese Reise nahm die im Carlsen Verlag erschienene Graphic Novel „Wind in meinem Kopftuch“ die LeserInnen mit. Und dieses Mitnehmen gelang Roya Soraya auch mit ihrer sensibel vorgetragenen, audiovisuellen sehr gut gelungenen Präsentation am Sonntag. Sie teilte ihre Gedanken, Sorgen und Nöte den BesucherInnen mit. Vor allem im Bezug darauf, dass sie als queere Frau in einem autoritären Mullah-Regime unerkannt bleiben musste.
Zudem kam der Umstand, dass diese Reise eine der letzten intensiven Begegnungen mit ihrem Vater waren, der kurze Zeit nach der Reise unerwartet verstarb. Gerade das führsorgliche und liebevolle Vater – Tochter Verhältnis Royas mit ihrem Vater wird auch in dieser Graphic Novel in einfühlsamen Bildern wiedergegeben und gespiegelt.

Die vielschichtige und bewegende Geschichte kam bei den BesucherInnen sehr gut an und die anschließende Fragerunde dauerte eine gute Stunde – bis Roya Soraya ins Signieren kam.
Eine rund um gelungene Veranstaltung in unserer Graphic Novel Reihe des Demokratieforum Hattingen.
Vielen Dank an Roya Soraya!

